neuebuehneSalon mit Isabella Straub und Miriam H. Auer

neuebuehneSalon: Gespräche – Lesungen – Musik mit ISABELLA STRAUB und MIRIAM H. AUER
Isabella Straub liest aus ihrem neuen, 3. Roman „Wer hier schlief“,
Miriam H. Auer liest aus ihrem neuen, 2. Roman „Knochenfische“.
Moderation: Christian Lehner, Musik: The Midair Paradox

Dienstag, 7. November 2017, 20:00 Uhr, Villach, neuebuehnevillach (Rathausplatz 1, www.neuebuehnevillach.at).
Karten/Vorverkauf: Villacher Kartenbüro, Freihausgasse 3, 04242/27341, office@villacherkartenbuero.at;
Limitierter Kartenvorverkauf in Klagenfurt: Buchhandlung Heyn

 Villach-Buchpremieren: Im neuebuehneSalon im November präsentiert die gebürtige Wienerin und Wahl-Klagenfurterin Isabella Straub, erstmals in Villach, ihren neuen, dritten Roman „Wer hier schlief“, erschienen im Verlag Blumenbar. Die Arnoldsteinerin Miriam H. Auer stellt ihren neuen, zweiten Roman „Knochenfische“ vor, erschienen in der Edition Meerauge. 
Im Gespräch mit Moderator Christian Lehner erzählen beide Schriftstellerinnen über Arbeitsweise, Weltbild und Leben. 
Begleitende Musik: The Midair Paradox (Miriam H. Auer und Christian Pillich).

 

ISABELLA STRAUB: „Wer hier schlief“ (Verlag Blumenbar) 

» ›Wer hier schlief‹ ist ein Roman, der sich trotz allen Tiefgangs und zahlreicher literarischer Verweise wunderbar leicht liest. « Ö1

 Wie weit würdest du gehen, um dich zu retten? 
Philipp Kuhn schluckt Refluxtabletten und verkauft Sicherheitstüren. Er ist nicht unzufrieden, aber glücklich ist er auch nicht. Bis er überraschend die Chance bekommt auf das richtige Leben. Es heißt Myriam. Und Kuhn macht ernst, opfert alles. Die Frau, den Job, alle Sicherheiten. Doch es kommt anders. Myriam verschwindet im Gewühl der Stadt. Und je länger die Suche andauert, desto weiter scheint Kuhn sich zu entfernen, nicht nur von Myriam, auch von sich selbst. Wer hier schlief ist eine moderne Odyssee, bei der Kuhn alles aufs Spiel setzen muss: seine Liebe, seine Gesundheit, seine Existenz. 
Kuhn sucht Myriam in der ganzen Stadt. Am Pirandelloplatz, ihrem Treffpunkt, verpasst er sie nur knapp, dann wird sie von einer Demo verschluckt. An ihrem Arbeitsplatz im Hotel ist sie nicht zu finden. In ihrer Wohnung wohnt gar eine andere Frau. Während er versucht herauszubekommen, was mit ihr passiert ist, lebt er auf der Straße, übernachtet im Fitnessstudio. Sein Magen wird von Krämpfen geplagt, sein Geld geht zur Neige, die ganze Stadt ist ein Alptraum. Doch er entdeckt auch etwas Neues: ein Gespür für das Leben.
Wer hier schlief erzählt davon, was man gewinnt, wenn man alles verliert. 

»Man überschlägt sich mit Adjektiven wie eloquent, leichtfüßig, originell, grotesk, anspruchsvoll, empfehlenswert oder bereichernd.« Sabine Oppolzer, ORF
»Voller Erfindungsgabe und einer emotionalen Kraft, die den Witz nicht aufhebt, sondern scharf beleuchtet.« Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung

Isabella Straub (aus www.isabellastraub.at):

Geboren in Wien. Zweisprachig aufgewachsen. Dreitürig per Opel Kadett in die Schule (Lycée Français de Vienne) geführt worden. Vielsemestriges Studium der Germanistik und Philosophie in Wien und Klagenfurt. Ein Sohn, der groß und stark geworden ist. Lebt derzeit an den Ufern des Wörthersees (stimmt fast). Lange Zeit Journalistin, später Werbetexterin und Betreiberin der „Textambulanz“ (stimmt voll & ganz). Literaturakademie Leonding (legendärer Jahrgang). Würde meine Bio gern mit – wenn schon nicht mit heroischen, doch zumindest mit exotischen – Nebenjobs an ungewöhnlichen Orten auffetten (Schaffnerin in der Transsibirischen Eisenbahn, Putzfrau im Kennedy Space Center, Mädchen für alles in Minimundus o. ä.), doch leider Fehlanzeige.
Der Debüt-Roman Südbalkon wurde mehrfach ausgezeichnet, etwa „Debüt der Erfurter Herbstlese“, Shortlist Franz-Tumler-Preis, BMUKK-Prämie für ein „besonders gelungenes Debüt“, Nominierung für den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis … Seit Dezember 2014 auch als aufbau-Taschenbuch erhältlich.
Das Fest des Windrads ist Frühjahr 2015 bei Blumenbar im Aufbau Verlag Berlin erschienen und wurde mit dem Projektstipendium für Literatur 2014/15 vom Bundeskanzleramt Kunst/Kultur gefördert.
Der Roman Wer hier schlief wurde vom Deutschen Literaturfonds e.V. und vom Bundeskanzleramt Kunst|Kultur gefördert und erschien im September 2017.

 

MIRIAM H. AUER: „Knochenfische“ (Edition Meerauge)

„Miriam H. Auers Literatur ist in jeder Hinsicht kompromisslos. Wenn es um die Themen geht, die Personen, die Sprache und den glasklaren Blick auf die Welt. Quasi als Motto steht am Anfang ihres zweiten Romans schreibt die junge Kärntner Schriftstellerin: „Leben ist die Normalität. Leben ist der Wahnsinn“. Literatur, die klug ist, kritisch aber vor allem auch voll Humor, auch wenn es um alles andere als leichte Themen geht.“ Ö1/Tonspuren

Zwischen Melancholie, Malerei, Ballett und Headbangen, Scherbenfischen, Verlorenen und Zerbadeten … Kinder, von denen kaum jemand weiß. 
Ein Eisblock fällt aus heiterem Himmel und beschleunigt die Zeit. Und Harper, eine dunkle Dame mit pinkem Lippenstift, lockt drei junge Leute nach Wiese-Boa, wo zwischen Erdhügelhäusern ein Geheimnis begraben liegt: Tabitha, die einst ihre Wut in Stanniol gepackt und als Gothic Girl Novalis zitiert hat. Hanno, der ohne Hände den Teufel an die Wand malt und allem einen Namen gibt. Carl-Regen, der zu viel trinkt und sich mit seinem Prototyp von Sohn in den Winterschlaf begeben will. Gemeinsam brechen sie auf und finden Antworten, auch auf Fragen, die sie nicht gestellt hatten.

Leben ist die Normalitat. Leben ist der Wahnsinn.

In Knochenfische geht es um das Ende des Traums von einem besseren Leben, einfach und in Freiheit. Es geht um »Fehler im System«, um Menschen, denen etwas fehlt, um »Fehlerinnen«, um »Ladybugs Sehnsucht«. Um die Zukunft in einer Welt der Inszenierungen, Manipulationen, Trugbilder und »Kontrollinstanzen«. 
Und es geht um Kinder. Um viele, die gestorben sind. Auch sogenannte Stillgeborene oder Sternenkinder. Um weggegebene Kinder, leihweise ausgetragene oder um Ersatzkinder – ein zahmer Fuchs, ein Minipony namens Tanne, ein Roboterkind ohne Namen … Aber auch um Kinder, die leben, die toben, die wahrgenommen werden wollen, Krieg spielen und Krieg führen – »Monstertruck-Kinder« – und am Ende um Kinder, die Haushalten zugeteilt werden. Und es geht um Namen. Und um Eltern. Um Wünsche, ums Erinnern, um die Furcht vor zu großer Bindung, vor Verlust oder vor der Weitergabe von Fehlern. 
Und natürlich geht es bei Miriam Auer immer um Sprache. Ums Erzählen und Erzählenlassen. Um Be-, An- und Umdeutungen. Um Kunst. Um Musik. Um den Klang der Sprache und um ihr visionäres und ihr assoziatives Potenzial. Und die Fülle von Referenzen, auch über den Kontext der Literatur hinaus in die weite Welt der Popkultur, des Internets, der Computerspiele, ist eine wahre Freude für Freunde und Sammlerinnen von »Eastereggs« …

„,Knochenfische‘ ist ein wunderbar gefühlvolles, kluges und ebenso humorvolles wie melancholisches Buch, das Sprachliebhaber in Verzückungsstürme ausbrechen lässt. Ein Buch, das nachklingt, zum Nachdenken anregt und sich auf philosophische Weise mit einem schwierigen, höchst emotionalen Thema auseinandersetzt. Der Roman ist keine leichte Kost für zwischendurch. Er ist anders, sehr speziell und man muss sich auf die Erzählweise und die ungewöhnliche Themenbewältigung einlassen. Wenn man das tut, liest man hier einen ganz besonderen, literarischen Schatz, der eine wahre Verneigung vor der deutschen Sprache ist.“ Jasmina Driller/www.booknerds.de

Miriam H. Auer (aus www.miriam-h-auer.at):

Miriam H. Auer Foto: Eva Asaad

Sie wird 1983 in Friesach geboren, wächst auf. Wird nicht so groß, aber träumt größer. Träumt von Schreiben, kann im Kindergarten lesen. Zeichnet, spielt Instrumente, schreibt bis heute Lieder. Seit sie Stifte halten kann, zeichnet sie auch. Miriam Auer besucht das Gymnasium, schaut oft aus dem Fenster … Maturiert. Studiert. Wird 2015 mit Auszeichnung zur Dr.in phil. promoviert. Ihre Dissertation trägt den Titel Poetry in Motion and Emotion.
Literarisch versucht sie sich früh, schriebt Lyrik, Lesedramen, Kurz- und Langprosa. Miriam Auer traut sich aber erst 2012 mit ihren Texten an die größere Öffentlichkeit.
Von 2013 bis 2014 arbeitet sie an ihrem ersten Buch Hinter der Zeit, das Ende Oktober 2014 in der Edition Meerauge/Verlag Heyn publiziert wird, das gefällt, das polarisiert, vielleicht manchen verwirrt, aber bestimmt zum Denken anregt. 2013 gewinnt sie den zweisprachigen Literaturwettbewerb von Bleiburg/Pliberk. 
2014 wird sie zweite beim Preis des Kärntner SchriftstellerInnenverbandes.
2015 erhält sie den Förderungspreis für Literatur des Landes Kärnten und findet den Mut, neben ihrer Tätigkeit als Lehrende am Institut für Anglistik der Universität Klagenfurt, auch als freie Schriftstellerin zu leben und zu arbeiten. Für die Frauauer, die sich auch stark für Menschen- und Tierrechte engagiert, gibt es kaum Schöneres.
Herbst 2016: Hinter der Zeit schafft es auf die Shortlist, Nominierung für den Literaturpreis Alpha; Der Dreigoschenopa wird vor Freude wieder lebendig …
Im März 2017 erscheint ihr zweiter Roman Knochenfische, für dessen Fertigstellung ihr von der Abteilung Literatur der Kunstsektion des österreichischen Bundeskanzleramtes ein Arbeitsstipendium zuerkannt worden ist.
Als Songwriterin arbeitete Miriam H. Auer gemeinsam mit ihrem Mann als Duo The Midair Paradox bis dato an vier Songs, die ihren Roman Knochenfische umspielen. Es ist ihr Knochenfischeton, gestrandet auf der EP mit dem Titel KÖRPERMILCH am 13. März 2017.
Derzeit schreibt Miriam H. Auer an ihrem dritten Roman und bereitet ein Lyrik- und Musikprojekt mit eigenen Illustrationen vor.

Miriam H. Auer: „ICH STELLE SCHRIFT – UND DIE WELT IN FRAGE …“