neuebuehneSalon mit Anna Baar und Harald Schwinger

neuebuehneSalon: Anna Baar liest aus ihrem 2. Roman „Als ob sie träumend gingen“, Harald Schwinger liest aus seinem Erzählband „Mirós Mädchen“. Moderation: Christian Lehner, Musik: CHL & Harald Schwinger

Am Dienstag, 19. September 2017, 20:00 Uhr, Villach, neuebuehnevillach (Rathausplatz 1, www.neuebuehnevillach.at). 
Karten/Vorverkauf: Villacher Kartenbüro, Freihausgasse 3, 04242/27341, office@villacherkartenbuero.at;
Limitierter Kartenvorverkauf in Klagenfurt: Buchhandlung Heyn

 Villach-Buchpremieren: 
Im neuebuehneSalon im September präsentiert die Klagenfurter Schriftstellerin Anna Baar ihren neuen, zweiten Roman „Als ob sie träumend gingen“. Der Villacher Schriftsteller Harald Schwinger stellt seinen aktuellen Erzählband „Mirós Mädchen“ vor. Im Gespräch mit Moderator Christian Lehner erzählen beide über Arbeitsweise, Weltbild und Leben. Begleitende Musik: CHL und Harald Schwinger.

 

ANNA BAAR: „Als ob sie träumend gingen“ (Wallstein Verlag)

Ein Tag im Leben, der länger dauert, als die Monate und Jahre, die ihm folgen. Ein Augenblick von Ewigkeit, an dem das Leben stillzustehen scheint. Etwas Großes, das sich der Erinnerung verschließt – war’s ein Wintertag? Oder war’s im Mai?
Es war Krieg.
Der Held des Romans tastet sich an seine Erinnerungen heran, indem er sie wie besessen auf Band spricht. Erst als er im Sterben liegt, dämmert ihm, was an jenem Tag wirklich geschah. Wie einen Traum bewahren, wie überhaupt fortbestehen in einer Trümmerwelt, in der die Abwesenden anwesender sind als die Greifbaren und in der die Lüge mehr Ordnung schafft als die Wahrheit? Und: Ist es wirklich seine Geschichte – oder die des Erzählers, der mit den ererbten Kassetten wenig anzufangen weiß und nichts vom Krieg wissen will, sondern vom Leben und Lieben?
In eigenwilligen Bildern erzählt Anna Baar – vor der Kulisse einer versunkenen Welt – vom Irren zwischen der Sorge um sich selbst und der Rücksicht auf andere, von Mutproben, Heldentum und menschlichem Versagen, von Gehorsam und Widerstehen. Es ist die Geschichte einer verpassten Liebe – voller erfundener Wahrheiten, menschlicher Abgründe und eigenwilliger Bilder. Ein großer Gesang auf das Leben.

Ein sprachmächtiger Roman, der uns einen Menschen näherbringt, und zugleich ein Jahrhundert in seinen Wirrungen, Irrtümern und großen Sehnsüchten.

Anna Baar, geb. 1973 in Zagreb; Kindheit und Jugend in Wien, Klagenfurt und auf der dalmatinischen Insel Brač. Studium der Publizistik und Öffentlichkeitsarbeit an den Universitäten Wien und Klagenfurt.
Ihr Debütroman »Die Farbe des Granatapfels« stand drei Monate auf Platz 1 der ORF-Bestenliste. Für die Arbeit an »Als ob sie träumend gingen« erhielt sie den Theodor Körner Förderpreis. Anna Baar lebt in Klagenfurt.

 

HARALD SCHWINGER: „Mirós Mädchen“ (Edition Meerauge)

Wer sich für Menschen und ihr nicht immer ganz planmäßig verlaufendes Leben interessiert, dem sei Harald Schwingers neuer Erzählband Mirós Mädchen ans Herz gelegt.

„Stephen King hat gesagt, jeder Autor müsse einmal eine Geschichte schreiben, die in einem Hotelzimmer spielt. Es liegt auf der Hand. Hotelzimmer sind vollgesaugt mit Menschengeschichten. Man muss sie nur aus den Wänden kratzen.“ (H. Schwinger)

Ja, es sind tatsächlich „Menschengeschichten“, die Harald Schwinger in seinem neuen Prosaband erzählt. Auf den ersten Blick scheinen seine Figuren wie aus dem Leben gegriffen: Unauffällig verkorkste Durchschnittstypen, nicht gerade Helden, eher Pechvögel, eigenwillige, schwankende oder auch miese Charaktere, die Frau, der Mann von nebenan. Leute, die einem mehr oder weniger zufällig über den Weg laufen.

Harald Schwinger, geboren 1964, Studium der Anglistik, Amerikanistik und Medienkommunikation, lebt als freischaffender Journalist und Schriftsteller mit Frau und Tochter in Wernberg und schreibt vorzugsweise Prosa, aber auch ausgezeichnete dramatische Texte und Lyrik sowie neuerdings auch Kinderliteratur (Der Schnarchesel / Osel smrčač, Drava 2016).

Schwinger ist Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und Mitbegründer des Kunstkollektivs WORT-WERK (www.wort-werk.at), das den experimentellen Literaturwettbewerb Die Nacht der schlechten Texte veranstaltet.

Werkliste (Auszug):
Die Farbe des Schmerzes. Roman, Edition Meerauge 2013
Zuggeflüster. Erzählungen, Edition Meerauge 2011
Das dritte Moor. Roman, Wieser 2006

Theaterstücke/Drehbücher (Auswahl):
ZALA, Drama in sieben Bildern / Drama v sedmih slikah, Edition Meerauge 2011 (gemeinsame Autorenschaft mit Simone Schönett, Auftragswerk für das zweisprachige teatr trotamora unter der Regie von Marjan Štikar)
Innere Liebe, Drehbuch (gemeinsame Autorenschaft mit Simone Schönett)

Auszeichnungen (Auswahl): 
2016: Projektstipendium des Öst. Bundeskanzleramts Abteilung Kunst und Kultur
2014: Zweiter Platz beim Kärntner Lyrikpreis der STW Klagenfurt Gruppe
2012: Preis des Kärntner SchriftstellerInnenverbandes

 

neuebuehneSalon

Die Reihe „neuebuehneSalon“ greift die Idee der literarischen bzw. musikalischen Salons auf. Im neuebuehneSalon sind Unterhaltung und Intellekt keine Gegensätze, sondern Programm, und zwar wie von der neuebuehnevillach gewohnt und gemäß dem neuebuehne-Leitbild „voll tiefer Menschlichkeit und gesellschaftspolitischer Relevanz“. Eine Kooperation der neuebuehnevillach mit Christian Lehner (kultur-arbeiter.at).

Infos übers Theater: www.neuebuehnevillach.at

Anna Baar
Foto: Johannes Puch

Buchcover, Wallstein Verlag

Fotos: Eva Asaad, Johannes Puch

Fotos: Eva Asaad, Johannes Puch

Harald Schwinger
Foto: Eva Asaad

Buchcover, Edition Meerauge